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Heuballen für Ziegen, Schafe und Alpakas
Kleine Wiederkäuer und Alpakas haben andere Heubedürfnisse als Rinder – und auch untereinander. Die richtige Ballengröße, die passende Heusorte für jede Tierart und das Wissen um die tägliche Futteraufnahme sind die Grundlage für ein effektives Heumanagement auf kleinen Höfen. Dieser Leitfaden behandelt die spezifischen Bedürfnisse von Ziegen, Schafen und Alpakas und erklärt, warum kleine Quaderballen für die meisten kleinen landwirtschaftlichen Betriebe die praktischste Wahl sind.
Themen: Artenspezifische Anforderungen · Ideale Ballengröße und -gewicht · Beste Heusorten · Tägliche Futteraufnahme und Ballenhaltbarkeit · Qualitätsstandards · Lagerung für Kleinbetriebe · Rund- vs. Quaderballen
Warum kleine Quaderballen für kleine Viehbetriebe geeignet sind
Ein einzelner Rundballen wiegt typischerweise 300–600 kg – mehr, als eine kleine Ziegenherde oder Alpakagruppe fressen kann, bevor das Futter verdirbt. Kleine Quaderballen mit 16–25 kg ermöglichen eine präzise tägliche Fütterung mit minimalem Futterverlust. Ein 20-kg-Ballen für eine Gruppe von 8 Ziegen reicht bei angemessener Futtermenge für etwa 2 Tage – das Futter wird verbraucht, bevor sich Feuchtigkeit, Schimmel oder Verunreinigungen an der offenen Ballenoberfläche bilden können.
Für Kleinbauern, die ihr Heu selbst anbauen und pressen, vereinfacht das kleine, quadratische Ballenformat die manuelle Handhabung. Ein 20-kg-Ballen kann von einer Person bewegt, auf einfachen Holzpaletten in einem kleinen Schuppen gelagert und ohne Geräte verteilt werden. Dieser praktische Vorteil gegenüber großen Rundballen ist entscheidend für Betriebe, in denen eine maschinelle Ballenhandhabung nicht möglich oder nicht wirtschaftlich ist.
Ziegen: Spezielle Heuanforderungen

Fressverhalten und Heuauswahl bei Ziegen
Ziegen sind wählerische Fresser – sie durchsuchen einen Heuhaufen und fressen zuerst die schmackhaftesten Blätter und weichen Stängel, während sie die gröberen Halme liegen lassen. Aufgrund dieser Selektivität entsteht bei Ziegen an Futterstellen mehr Futterverlust als bei Schafen oder Rindern. Die praktische Lösung: Kleinere Mengen häufiger füttern und Heu mit feineren Stängeln anbieten, von dem Ziegen weniger verschwenden.
Ziegen bevorzugen eindeutig blattreiches, feinstängeliges Heu gegenüber grobstängeligem. Hat eine Ziege die Wahl zwischen Luzerne- und ausgewachsenem Grasheu, frisst sie bevorzugt die Luzerneblätter und lässt die gröberen Grashalme liegen. Für die meisten Fütterungssituationen ist hochwertiges Grasheu mit einem hohen Blatt-Stängel-Verhältnis oder eine Gras-Leguminosen-Mischung mit maximal 30 % Leguminosenanteil für ausgewachsene Ziegen ideal (höherer Leguminosenanteil in der Spätträchtigkeit und Laktation).
| Heusorte |
Eignung |
Anmerkungen |
| Grasheu (Knabengras, Wiesenlieschgras, Schwingel) |
Exzellent |
Primäres Erhaltungsfutter für ausgewachsene Ziegen. Protein 8–121 g, Gesamtprotein 5 g. Niedriger Kalziumgehalt beugt Harnsteinen bei kastrierten Böcken und Hammeln vor. |
| Gemischte Gras-Leguminosen-Mischung (30–50% Leguminosen) |
Gut |
Geeignet für die Spätträchtigkeit und Laktation. Proteingehalt: 14–181 g/l, Gesamtprotein: 5 g/l. Eine langfristige Fütterung von Hammeln und Böcken mit reiner Luzerne ist zu vermeiden. |
| Reine Luzerne |
Beschränkt |
Hoher Proteingehalt (18–221 TP5T) und hoher Kalziumgehalt können bei männlichen Ziegen Harnwegsprobleme verursachen. Nur während der Hauptlaktationsphase bei Ziegen anwenden. |
| Bermudagras oder Küstenheu |
Gut |
Weit verbreitet für Fleischziegen im Südosten. Feine Stängel reduzieren die Selektionsfehler. Proteingehalt 8–121 TP5T im optimalen Schlachtstadium. |
Tägliche Futteraufnahme der Ziege und Ballenlaufzeit
Ausgewachsene Häsin (55 kg): 1,1–1,4 kg Trockenheu pro Tag zur Erhaltung des Futterbedarfs. Ein 20-kg-Ballen mit 901 µg Trockenmasse entspricht 18 kg nutzbarem Heu. Reicht für eine Ziege etwa 13–16 Tage.
Spätträchtige Ziege: 1,5–2,0 kg pro Tag. Ein 20-kg-Ballen reicht einer Ziege für 9–12 Tage. Der Hülsenfruchtanteil sollte in den letzten 6 Wochen der Trächtigkeit erhöht werden.
Wether oder Bock (70 kg): 1,2–1,6 kg pro Tag. Nur Grasheu, um das Risiko von Harnkristallen zu minimieren. Ein 20-kg-Ballen reicht für etwa 12–16 Tage pro Tier.
Gruppe von 8 erwachsenen Tieren: Insgesamt 9–11 kg pro Tag. Ein 20-kg-Ballen reicht für etwa 1,8–2,2 Tage. Um Futterverluste zu minimieren, sollte alle 2 Tage gefüttert werden.
Schafe: Spezielle Heuanforderungen
Fressverhalten und Heuauswahl bei Schafen
Schafe sind weniger wählerisch als Ziegen – sie fressen Heu vollständiger und verschmähen die Stängel nicht so stark wie Ziegen. Dadurch vertragen Schafe Heu mit weniger Blättern und mehr Stängeln besser als Ziegen, profitieren aber dennoch deutlich von qualitativ hochwertigerem Heu hinsichtlich Körperkondition und Fortpflanzungsleistung.
Schafe reagieren empfindlicher auf kupferreiches Heu als Ziegen – manche Landwirte verzichten daher auf Luzerneheu für Schafe, da der Kupfergehalt je nach Bodenbeschaffenheit und Sorte hoch sein kann. Grasheu mit 8–121 g Rohprotein ist die Standard-Erhaltungsration für ausgewachsene Mutterschafe außerhalb der Trächtigkeit und Laktation. Für laktierende Mutterschafe und Mutterschafe im letzten Trächtigkeitsdrittel: eine Gras-Leguminosen-Mischung oder hochwertiges Grasheu mit über 141 g Rohprotein.
Ausgewachsenes Mutterschaf (65 kg) — Erhaltung
1,2–1,6 kg Trockenheu pro Tag. Ein 20-kg-Ballen (901 µg Trockenmasse = 18 kg nutzbares Heu) reicht einem Mutterschaf 11–15 Tage. Eine Herde von 10 Mutterschafen verbraucht einen 20-kg-Ballen in etwa 1,2–1,5 Tagen.
Laktierendes Mutterschaf
2,0–2,5 kg pro Tag. Der Energiebedarf verdoppelt sich während der Hochlaktation. Nach dem Ablammen sollte die Fütterung für mindestens 6 Wochen auf eine hochwertige Gras-Leguminosen-Mischung umgestellt werden. Ein 20-kg-Ballen reicht für eine laktierende Mutterschaf 7–9 Tage.
Lämmer
Wachsende Lämmer benötigen für die Skelettentwicklung einen Proteingehalt von über 141 g TP5T. Weiches, feinstängeliges Gras-Leguminosen-Heu ist für Lämmer besser geeignet als grobes Grasheu. Beginnen Sie mit der Heufütterung im Alter von 2–3 Wochen zusammen mit dem Kraftfutter.
Alpakas: Spezielle Heuanforderungen
Alpakas (Vicugna pacos) sind modifizierte Wiederkäuer mit einem dreikammerigen Magen – physiologisch unterscheiden sie sich von Ziegen und Schafen, was sich deutlich auf ihren Heubedarf auswirkt. Sie sind an die hochgelegenen Andengraslandschaften angepasst, wo die Nährstoffdichte gering und das Futterangebot spärlich ist. Dadurch können sie energiearmes Futter effizient verwerten, reagieren aber auch sehr empfindlich auf Überfütterung.
Wichtig: Luzerne darf nicht als Hauptnahrungsmittel für Alpakas verfüttert werden.
Die Fütterung von Luzerneheu als Hauptfutter für Alpakas führt aufgrund des hohen Protein- und Kalziumgehalts bei vielen Tieren zu Leberverfettung und Hypervitaminose D. Alpakas sind an nährstoffarmes Futter angepasst, und ihr Stoffwechsel ist nicht für die Verarbeitung der hohen Proteinmengen aus Luzerne ausgelegt. Grasheu (Knabenheu, Wiesenlieschgras, Wiesenrispe, Schwingel) ist das geeignete Hauptfutter. Luzerne kann in kleinen Mengen zur Unterstützung der Trächtigkeit und Laktation verfüttert werden, sollte aber 20–25 % der gesamten Futteraufnahme nicht überschreiten.
Ausgewachsenes Alpaka (75 kg) – tägliche Futteraufnahme
1,2–1,8 kg Trockenheu pro Tag (entspricht 1,5–2,5 l Körpergewicht in Trockenmasse). Ein 20-kg-Ballen (90 l Körpergewicht in Trockenmasse) reicht einem Alpaka etwa 10–13 Tage – deutlich länger als für Ziegen oder Schafe mit gleichem Körpergewicht.
Gruppe von 6 Alpakas
7–11 kg trockenes Heu pro Tag. Ein 20-kg-Ballen reicht für eine Gruppe von 6 Tieren etwa 1,8–2,5 Tage. Kleine Quaderballen sind ideal – sie verhindern Überfressen und ermöglichen die Zufütterung von frischem Heu, bevor es durch die offene Seite verdirbt.
Die besten Heusorten für Alpakas
Timothy-Heu mit einem Rohproteingehalt von 8–121 TP5T gilt als Goldstandard. Knaulgras, Wiesenschwingel und Mischgräser mit weichem Stängel eignen sich ebenfalls hervorragend. Vermeiden Sie staubiges Heu oder Heu mit sichtbarem Schimmel – Alpakas reagieren empfindlich auf Atemwegsreizungen und können durch staubiges Heu eine Hypersensitivitätspneumonitis entwickeln.
Ideale Ballengröße und -gewicht nach Tierart

| Art / Größe |
Ideales Ballengewicht |
Ballen pro Tier pro Monat |
Anmerkungen |
| Ausgewachsene Hirschkuh (50–70 kg) |
16–22 kg |
2–2,5 |
Erhaltungsdosis. Verdoppeln Sie die Dosis während der späten Trächtigkeit und der Stillzeit. |
| Ausgewachsenes Mutterschaf (60–80 kg) |
18–24 kg |
2–2,5 |
Etwas schwerere Ballen sind akzeptabel – Schafe verlieren weniger Abfall als Ziegen. |
| Alpaka (60–90 kg) |
16–20 kg |
1,5–2 |
Geringere Futteraufnahme als bei Ziegen oder Schafen. Leichtere Ballen werden für eine genaue Fütterungskontrolle bevorzugt. |
| Kleiner Bauernhof mit gemischter Tierart (insgesamt 6–10 Tiere) |
18–22 kg |
3–4 pro Woche für die Gruppe |
Für gemischte Kleinviehbetriebe ist ein Standardballen von 20 kg die praktischste Einzelgröße. |
Bewertung der Heuqualität für kleine Wiederkäuer und Alpakas
Kleine Wiederkäuer und Alpakas vertragen kein staubiges, verschimmeltes oder überhitztes Heu, das Rinder ohne sichtbare Folgen fressen können. Prüfen Sie jeden Heuballen vor der Verfütterung.
VISUELL
Farbe: Grün bis Hellgold ist akzeptabel. Hellbraun ist für Rinder akzeptabel, für Alpakas jedoch grenzwertig. Braun oder dunkelbraun deutet auf Überhitzung hin. Schwarze Flecken weisen auf Schimmel hin – nicht an kleine Wiederkäuer oder Alpakas verfüttern.
GERUCH
Geruch: Frisches Heu oder ein leichter, muffiger Geruch sind akzeptabel. Ein stechender, ammoniakartiger oder säuerlicher Gärgeruch deutet auf Überhitzung oder Schimmel hin – nicht verfüttern. Ein süßlicher, leicht vanilleartiger Geruch spricht für hochwertiges Timothee- oder Wiesenheu.
STAUBTEST
Staub: Schütteln Sie eine Handvoll über einer dunklen Oberfläche. Für Alpakas: kein sichtbarer Staub. Für Ziegen und Schafe: minimaler Staub akzeptabel – sichtbare Staubwolken beim Schütteln werden nicht akzeptiert. Staub verursacht bei allen drei Tierarten Atemwegsprobleme, wobei Alpakas am empfindlichsten reagieren.
AUSLÄNDISCHES MATERIAL
Trümmer: Achten Sie auf Plastikgarn- oder Ballenschnürreste, Drahtfragmente oder Unkraut. Ziegen fressen Futter, das Rinder verschmähen – jegliche Verunreinigung durch Plastik oder Draht stellt ein veterinärmedizinisches Notfallrisiko für Ziegen und Alpakas dar.
GEWICHTSKONSTANZ
Gleichmäßiges Gewicht: Wiegen Sie mehrere Ballen derselben Lieferung. Abweichungen von mehr als 201 µT vom angegebenen Ballengewicht deuten auf ungleichmäßiges Pressen hin – was in der Regel auf ungleichmäßige Feuchtigkeit beim Pressen schließen lässt. Schwerere Ballen aus einer Charge mit angegebener Feuchtigkeit könnten mit einem höheren Feuchtigkeitsgehalt als angegeben gepresst worden sein.
Lagerung für kleine landwirtschaftliche Betriebe

Für die Heulagerung auf kleinen Höfen, insbesondere für kleine Wiederkäuer, ist keine große, speziell dafür errichtete Anlage erforderlich. Das praktische Minimum: eine überdachte Konstruktion, die die Ballen auf Paletten lagert und vor direktem Regen schützt. Die wichtigsten Aspekte für die Heulagerung von kleinen Wiederkäuern und Alpakas sind:
Vom Boden abgehoben: Lagern Sie die Ballen auf Holzpaletten oder Betonplattformen mit einem Mindestabstand von 100 mm zum Boden. Bodenkontakt führt dazu, dass die untere Ballenschicht Feuchtigkeit aus Beton oder Erde aufnimmt, was selbst bei gut ausgehärteten Ballen zu Schimmelbildung in der Basisschicht führen kann.
Luftstrom: Die Ballen dürfen nicht an mehr als zwei Seiten gegen eine feste Wand gedrückt werden. Eine gute Luftzirkulation um den Stapel ist besonders wichtig bei Ballen mit einer Restfeuchte über 16% – sie leitet die anfängliche Aushärtungswärme ab, die sich sonst in einem dicht gestapelten Ballenhaufen staut.
Nagetierausschluss: Katzen oder Nagetierfallen im Heulager verhindern, dass sich Nagetiere in den Ballen einnisten. Mit Nagetieren verunreinigte Ballen können bei kleinen Wiederkäuern und Alpakas schwere Krankheiten verursachen – Listeriose, Toxoplasmose und Leptospirose wurden alle mit der Verunreinigung von gelagertem Heu durch Nagetiere in Verbindung gebracht.
Saisonplanung: Für einen gemischten Betrieb mit 10 Tieren und einem Verbrauch von 3–4 Ballen pro Woche beträgt der jährliche Lagerbedarf ca. 160–200 Ballen. Bei einem Gewicht von je 20 kg ergibt sich ein Gesamtgewicht von 3.200–4.000 kg – das entspricht einer Ladung eines 15-Tonnen-Anhängers oder 3–4 Lieferungen an den Hof. Planen Sie den Kauf so, dass Sie Ihre Lagerbestände vor dem Winter auffüllen, wenn Heu am günstigsten verfügbar und preislich am besten ist.
Rundballen vs. kleine Quaderballen für kleine Wiederkäuer

Kleine Quaderballen (18–24 kg)
Am besten geeignet für: Herden und Bestände von weniger als 20 Tieren; Handfütterung; Betriebe mit gemischten Tierarten; Betriebe ohne Ballenspieß oder Rundballenhandhabungsgeräte; Situationen, in denen es auf die tägliche Fütterungsgenauigkeit ankommt.
Vorteile: Manuelle Handhabung (keine Ausrüstung erforderlich); frisches Heu alle 1–3 Tage verhindert Verderb; einfache Qualitätsbeurteilung vor der Fütterung; geeignet für alle Altersgruppen, auch für Jungtiere.
Rundballen (300–600 kg)
Am besten geeignet für: Herden von mehr als 20 Tieren, bei denen ein Rundballen in 2–3 Tagen verbraucht wird; Betriebe mit Rundballenfütterungsanlagen und Traktoreneinsatz; wenn die Reduzierung der Arbeitskosten im Vordergrund steht.
Nachteile für kleine Betriebe: Ein 400 kg schwerer Rundballen reicht für eine Herde von 10 Schafen über 10 Tage – die ungeschützte Oberfläche schimmelt, bevor der Ballen aufgefressen ist. Ein Ballenfutterautomat ist erforderlich, um Futterverluste zu minimieren. Ohne entsprechende Ausrüstung ist die Verwendung nicht praktikabel.
Ballenpresse für Kleinbetriebe – Eigene Produktion
Kleinbauern, die Heu für ihre Ziegen, Schafe oder Alpakas selbst anbauen, erzielen eine Qualitätskontrolle, die beim Kauf von Heu nicht möglich ist. Die Modelle 9YF-1700 und 9YF-1900 sind speziell für kleine Betriebe konzipiert – sie benötigen weniger Leistung und eignen sich für Heuwiesen von 2 bis 12 Hektar. Spezifikationen der CV-Gelenke: Leitfaden zur Dimensionierung von Zapfwellenantriebswellen und Gleichlaufgelenken.
Häufig gestellte Fragen – Heu für Ziegen, Schafe und Alpakas
Wie viel Heu muss ich für 10 Ziegen über einen 6-monatigen Winter einlagern?+
Für 10 ausgewachsene Ziegen im Erhaltungszustand über 180 Tage: 10 Ziegen × 1,2 kg pro Tag × 180 Tage = 2.160 kg Trockenheu. Bei 90 g Trockenmasse pro 20-kg-Ballen: 18 kg Nutzheu pro Ballen. Sie benötigen ca. 120 Ballen à 20 kg, also 2.400 kg Ballengewicht. Rechnen Sie 15–20 g Trockenmasse pro Ballen als Puffer für Futterverluste und Ballen ein, die während der späten Trächtigkeit mit höherer Futtermenge verfüttert werden: Der Gesamtlagerbedarf liegt bei 140–145 Ballen. Bei 20 kg pro Ballen entspricht dies einem Lagerbedarf von ca. 2,9 Tonnen – das passt auf etwa 15–20 Holzpaletten in einer Lage, zwei Lagen übereinander gestapelt. Planen Sie Ihre Lagerstruktur entsprechend diesem Bedarf, bevor Sie den Saisonvorrat einkaufen.
Können Ziegen und Schafe das gleiche Heu teilen?+
Ja, Ziegen und Schafe können unter bestimmten Voraussetzungen dasselbe Heu fressen. Hauptsächlich ist der deutlich unterschiedliche Kupferbedarf zu beachten: Ziegen benötigen 15–25 ppm Kupfer im Futter; Schafe reagieren extrem empfindlich auf Kupfervergiftungen bei Werten über 10–15 ppm. Dies ist relevant, wenn das Heu einen sehr hohen Kupfergehalt aufweist (was bei einigen Leguminosen und bestimmten Bodentypen häufig vorkommt) und zusätzlich Mineralfutter gegeben wird. Bei den meisten Gräserheusorten mit üblichen Kupfergehalten ist die gemeinsame Fütterung unproblematisch. Die praktische Schwierigkeit liegt im Konkurrenzverhalten beim Fressen: Ziegen dominieren Schafe in der Regel an einer gemeinsamen Futterstelle. Sorgen Sie für ausreichend Platz an der Futterstelle (mindestens 40 cm pro Tier) und erwägen Sie getrennte Fressbereiche, falls dominante Ziegen Schafe verdrängen, bevor diese ihre tägliche Futtermenge aufgenommen haben.
Meine Ziegen verschwenden etwa 301,5 Tonnen des von mir ausgelegten Heus. Wie kann ich die Verschwendung reduzieren?+
Die Heuverschwendung bei Ziegen liegt mit 301 TP5T über dem akzeptablen Bereich von 15–201 TP5T und lässt sich typischerweise wie folgt reduzieren: (1) Verwendung einer Heuraufe mit schmaler Öffnung, die verhindert, dass Ziegen das Heu in großen Mengen herausziehen und auf den Boden fallen lassen. Eine Heuraufe aus Metall oder PVC mit Öffnungen, die auf Ziegenköpfe abgestimmt sind, reduziert die Verschwendung in den meisten Fällen von 301 TP5T auf unter 151 TP5T – dies ist die wirksamste Maßnahme zur Abfallreduzierung. (2) Reduzierung der pro Fütterung angebotenen Menge – bieten Sie 101 TP5T über dem Tagesbedarf an, anstatt einen komplett geöffneten Ballen. Ziegen, die unbegrenzten Zugang zu einem Ballen haben, spielen eher damit und verschmutzen ihn, anstatt ihn zu fressen. (3) Kauf von Heu mit feineren Stängeln – Heu mit groben Stängeln enthält einen höheren Anteil an Stängeln, die Ziegen nach dem Fressen der Blätter aussortieren. Feinstängeliges Gras oder eine Gras-Leguminosen-Mischung reduziert den Anteil an aussortiertem Material.
Ist Luzerneheu in jeder Menge unbedenklich für Alpakas?+
Luzerne in kleinen Mengen – bis zu 20–251 µg Gesamtprotein pro 5 t Heu – ist für die meisten Alpakas im Allgemeinen unbedenklich und wird häufig in der Spätträchtigkeit und zu Beginn der Laktation empfohlen, wenn der Proteinbedarf steigt. Das Risiko besteht, wenn Luzerne als Haupt- oder Alleinfutter dient. Der hohe Proteingehalt (18–221 µg Gesamtprotein), der hohe Kalziumgehalt und der hohe Energiegehalt der Luzerne überlasten den Stoffwechsel der Alpakas, der auf nährstoffarmes Futter der Andenweiden ausgelegt ist. Chronische Überfütterung mit Luzerne führt zu Fettlebererkrankung (hepatische Lipidose), gestörtem Mineralstoffwechsel durch Kalziumüberladung und Fettleibigkeit, die bei Stuten zu Geburtskomplikationen führen kann. Luzerne sollte daher in kleinen Mengen als Proteinergänzung während bestimmter Produktionsphasen eingesetzt werden – nicht als Hauptfutter. Für die meisten Alpaka-Züchter: eine Mischung aus 80% Grasheu und 20% Luzerne während der normalen Produktion, Steigerung auf 60% Gras / 40% Luzerne in den letzten 60 Tagen der Trächtigkeit.
Kann ich die gleichen Einstellungen für die Ballenpresse sowohl für Kleinwiederkäuerheu als auch für Pferdeheu verwenden?+
Ja – die Einstellungen der Ballenpresse für Kleinwiederkäuerheu sind im Wesentlichen dieselben wie für Pferdeheu derselben Art, da die Qualitätsstandards ähnlich und die Ballengröße identisch sind. Der einzige mögliche Unterschied: Wenn Sie leichtere Ballen für die präzise Fütterung von Alpakas produzieren möchten – beispielsweise 15–17 kg statt 20–22 kg pro Ballen –, reduzieren Sie die Einstellung der Dichtefeder, um kürzere, leichtere Ballen zu erhalten. Sie müssen keine weiteren Einstellungen ändern, um Ziegen-, Schaf- oder Alpakaheu anstelle von Pferdeheu mit derselben Maschine zu produzieren – die Qualitätsfaktoren werden auf dem Feld und während der Trocknung, nicht an der Ballenpresse, gesteuert. Das Ballenformat (460 × 360 mm Querschnitt) ist für alle Märkte gleich; nur das Ballengewicht (Dichteeinstellung) und die Art des Heus variieren.
Was verursacht das Kopfpressen oder Kreisen bei Ziegen nach der Umstellung auf neues Heu?+
Kopfpressen, Kreisen oder scheinbare Blindheit bei Ziegen nach einem Heuwechsel sind neurologische Anzeichen, die eine sofortige tierärztliche Untersuchung erfordern – versuchen Sie nicht, ohne professionelle Hilfe eine Diagnose zu stellen oder zu behandeln. Diese Anzeichen können auf Polioenzephalomalazie (Thiaminmangel, oft ausgelöst durch Futterumstellung), Listeriose (häufig durch verschimmeltes oder erdverunreinigtes Heu) oder Lebererkrankungen infolge plötzlicher Futterumstellung hindeuten. Treten diese Anzeichen auf: Stellen Sie die Fütterung des neuen Heus sofort ein, kontaktieren Sie Ihren Tierarzt und bewahren Sie eine Probe des verfütterten Heus für eine Laboranalyse auf, falls erforderlich. Dies ist keine Frage der Ballenpresse oder der Heuqualität, die sich mit einem Ratgeber für Heugeräte beantworten lässt – es handelt sich um einen tierärztlichen Notfall. Der Zusammenhang mit Heu besteht darin, dass verschimmeltes, erdverunreinigtes oder sehr proteinreiches Heu bei anfälligen Tieren alle drei oben genannten Erkrankungen auslösen kann. Vorbeugung: Untersuchen Sie jeden Ballen vor der Verfütterung an kleine Wiederkäuer und Alpakas und lehnen Sie jeden Ballen mit sichtbarem Schimmel, ungewöhnlichem Geruch oder hohem Erdanteil ab.
Wie berechne ich die benötigte Anzahl an Heuballen für eine ganze Saison?+
Verwenden Sie diese Formel: (Anzahl der Tiere × tägliche Futteraufnahme pro Tier × Anzahl der Fütterungstage) ÷ nutzbare Trockenmasse pro Ballen × Verlustfaktor. Beispiel für 8 ausgewachsene Ziegen über 200 Heufütterungstage mit 20-kg-Ballen bei 901 TP5T TM: 8 × 1,3 kg × 200 = 2.080 kg benötigte Trockenmasse. Jeder Ballen liefert 18 kg nutzbare Trockenmasse. Addieren Sie 201 TP5T für den selektiven Futterverlust der Ziegen: 2.080 ÷ 18 × 1,2 = ca. 139 Ballen. Runden Sie auf 145 für den Sicherheitsbestand auf. Die tägliche Futteraufnahme ändert sich in der späten Trächtigkeit (Erhöhung um 501 TP5T) und Laktation (Erhöhung um 801 TP5T) – berücksichtigen Sie die Anzahl der Tiere in diesen Stadien und die Dauer für eine genaue Berechnung über die gesamte Saison. Wenn Ihre Herde sowohl weibliche als auch kastrierte Tiere mit unterschiedlichen Futteraufnahmeraten umfasst, berechnen Sie jede Gruppe separat und addieren Sie die Werte.
Ist Heu vom zweiten Schnitt besser für kleine Wiederkäuer als Heu vom ersten Schnitt?+
Heu vom zweiten Schnitt wird für kleine Wiederkäuer und Alpakas oft bevorzugt, da die Halme feiner und weicher sind als beim ersten Schnitt (dessen Halme am dicksten sind), der Blattanteil in der Regel höher ist und der Proteingehalt durch das schnellere Nachwachsen des zweiten Schnitts oft etwas höher liegt. Bei Ziegen, die gröbere Halme verschmähen, zeigt Heu vom zweiten Schnitt von Wiesenlieschgras oder Knaulgras deutlich geringere Ablehnungsraten als Heu vom ersten Schnitt derselben Weide. Für Alpakas ist Heu vom zweiten Schnitt mit einem Proteingehalt von 10–141 g/l nahezu ideal. Der Hauptnachteil: Der Ertrag des zweiten Schnitts ist geringer als der des ersten, daher ist beim Kauf entweder ein höherer Preis pro Ballen oder eine Vorbestellung erforderlich. Heu vom ersten Schnitt ist für kleine Wiederkäuer nicht ungeeignet – die gröberen Halme werden lediglich häufiger verschwendet. Wenn das Budget die primäre Einschränkung darstellt, können die Gesamtkosten von Heu aus dem ersten Schnitt zu einem niedrigeren Preis pro Ballen, das in einem gut konzipierten Futtertrog mit minimalem Futterverlust verfüttert wird, den Gesamtkosten von Heu aus dem zweiten Schnitt entsprechen, das ohne Futtertrog verfüttert wird.
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Herausgeber: Cxm